Das 46er Schlachtross pflügt weiter – Besondere Ehre für Cheftrainer

Der TSV 1846 Nürnberg räumt den Würzburger RK aus dem Weg – Zielinski zum bayrischen Auswahlcoach berufen

Rugby macht gute Laune und gutes Wetter. Zum wiederholten Male will die Abteilung „Wetter“ den irdischen und himmlischen Rugbyfans die Stimmung nicht verhageln und stellt mit Anpfiff zum Regionalliga den Nieselregen weitgehend ein. Trotzdem wurden die VIP-Zelte von den 120 Zuschauern gerne in Anspruch genommen. Etwas kühl war es trotzdem, weswegen sich beide Teams auch ordentlich ins Zeug legten, um einander einzuheizen.

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Nürnberg punktet wieder früh – aber Würzburg kämpft hart

Etwas übermotiviert gingen die Würzburger nach dem Antritt zur Sache, ein zu hohes Tackling führte schon in der ersten Minute zu einem Straftritt für die 46er aus optimaler Position. Olaf Will fackelte nicht lange und trat das Ding zum 3:0 zwischen die Torstangen. Doch der WRK fing sich schnell und stellte sich auf das Spiel der Hausherren ein. Kaum ein Übergewicht für eines der beiden in den Rucks sehr engagierten Teams ließ sich ausmachen, mal abgesehen von der momentan häufiger zutage tretenden Schwäche des Nürnberger Gedränges. Selbst eine Unterzahlsituation aufgrund einer gelben Karte konnten die Unterfranken gut kompensieren. Allerdings verpasste Schubert einen Straftritt für die Würzburger, welche damit die Gelegenheit zum Ausgleich nicht nutzen konnten. Auch Nürnberg brachte sich mit einer gelben Karte für Dixon ab Minute `33 in Unterzahl, schaffte allerdings trotzdem den Weg auf die Punktetafel. Ollie Bunn legte den Ball mit einem artistischen „Offload-Grubber-Kick“ passgenau für Harry Miles ins Malfeld zum 8:0 Pausenstand vor.

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Nürnberg reichen auch 13 Spieler – Würzburg tapfer

Nach der Pause musste man dann doch arg um die technischen Fähigkeiten der 46er bangen, denn Referee van der Zwan schickte in Minute `51 Pierre Manivit und in Minute `57 Maximilian Reinhardt wegen Hightackling mit Gelb in die Sinbin. Doch wiederum schienen die Lücken in den eigenen Reihen die Nürnberger aufzuwecken, denn der Ball durchlief nahezu alle Hände, machte Meter und Valentin Merk tauchte dann konsequent in Position gespielt unter den Stangen ins Malfeld. Rico Kahden erhöhte den Versuch per Tritt zum 15:00. Würzburg stellte das Spielen daraufhin zwar nicht ein, fand aber keine wirksamen Mittel mehr gegen die erprobte Taktik der 46er, die ihren Stiefel nun bis zum Ende runterspielten. Osimo Tukututunavatu, später zum Man of the Match ernannt, steuerte in Minute `78 5 Punkte zum 20:00 bei und Olaf Will wollte nach einer kurzen Blutauswechslung mit Versuch und Erhöhung in der 80. Minute noch zeigen, dass sich der Blutverlust in Grenzen hielt.

Immer oben auf: Man of the Match Osimo Tukututunavatu! Foto: 201-photograhy.de

Nürnberger Souveränität zahlt sich für Coach aus – Berufung zur 7er-Auswahl

Im Anschluss konnte die neu geschaffene „Zweite“ der Nürnberger in einem ersten Test gegen den Verbandsligisten Bayreuth noch ein 34:0 beisteuern. Auch das ein Zeichen für die in den letzten drei Jahren durch harte Arbeit auf vielen Baustellen erreichte Tiefe und Souveränität des inzwischen auf rund 50 Spieler angewachsenen Kaders. Arne Zielinski sieht hier auch die Basis für weitere Erfolge. „Es gibt einem einfach mehr Möglichkeiten, wenn man unter der Woche aus 50 Mann die passende Mannschaft zusammenstellen kann und nicht zu viele Kompromisse machen muss.“ Heißt, man glaubt an eine Meisterschaft in diesem Jahr und räumt diesem Ziel oberste Priorität ein. Trainer Arne Zielinski wurde indes vom Bayerischen Rugby Verband zum Trainer der 7er-Landesauswahl berufen. Seitdem 7er-Rugby 2016 olympische Sportart ist, hat der deutsche Rugby-Verband beschlossen, eine jährliche Turnierserie seiner Landesverbände abzuhalten. Ziel ist es einen Spielbetrieb auf nationaler Spitzeneben zu etablieren, damit sich die besten deutschen Athleten auf dem höchsten nationalen Niveau miteinander messen können.

„Eine solche Bitte konnte ich nicht ablehnen. Es ist eine große Ehre, diese Auswahlmannschaft zu betreuen. Für mich persönlich ist es zudem der Beweis, dass unser Weg, den wir in Nürnberg seit nunmehr 2 Jahren gehen, mit Anerkennung zur Kenntnis genommen wird“ freut sich Zielinski. „Der Trainings- und Spielbetrieb der 7er-Auswahl findet im Juni und Juli statt und kollidiert somit nicht mit dem Betrieb des TSV 1846 Nürnberg. In mehreren Sichtungen und Lehrgangstagen werde ich einen schlagkräftigen Kader aus 18-20 Mann zusammenstellen, der die bayerischen Farben bei den Landesverbandsmeisterschaften vertritt.“

Die Nürnberger 7er Mannschaft wird indes wieder von Basti Wölfel übernommen und auf die bayerische Meisterschaft vorbereitet. Wie viele Nürnberger ihm dann zur Verfügung stehen und welche 46er sich für den Auswahlkader empfehlen, wird sich dann bei den Sichtungen zeigen.

Für die nächsten Wochen stehen aber noch die großen Herausforderungen für die Regionalliga an. Am nächsten Samstag geht es zu den heimstarken Bad Reichenhaller Raufbolden und am 6. Mai findet das absolute Spitzenspiel um die erste Vorentscheidung zur Meisterschaft gegen den RC Unterföhring auf der Festung Waldsportplatz statt. Gewonnen ist die Meisterschaft noch nicht, aber bisher setzt Nürnberg alles daran am Ende oben zu stehen.

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Es ist Derby-Zeit – Würzburger RK zu Gast auf dem Waldsportplatz

Am Samstag, den 22.04.2017 empfängt der TSV 1846 Nürnberg den Würzburger RK

Die kleinen, aber unendlich feinen Dinge sind es, die dem Franken am meisten liegen. Ob die Nürnberger Rostbratwürste oder die Würzburger Meefischli, das Kleine liebt der Franke. Und Derbys. Aber da die Nürnberger Westvorstadt, wie soll es auch sein, noch keine Mannschaft in der Königsklasse des Mannschaftssportes zusammengebracht hat, muss man aus Nürnberger Sicht den Blick hier erweitern. Das Frankenderby lautet im Rugby Metropole gegen die Residenzstadt, Mee gegen Bengatz, Scheurebe gegen Rotbier. Lions gegen 46er. Die fränkische Rugby-Spitzenklasse misst sich am Samstag. In der Vorrunde konnten die Würzburger den 46ern noch ein 12:12 Unentschieden abtrotzen. Die wollen aber die Festung Waldsportplatz verteidigen, die Punkte erobern und die Tabellenführung ausbauen. Ein fränkischer Rugbyleckerbissen erwartet uns.

Ein Sieg ist Pflicht, aber nicht garantiert

Die Tabellenfünften aus Unterfranken möchten natürlich nicht den Anschluss an den RFC Augsburg verlieren, spiegelt ihr momentaner Tabellenplatz nicht ihre Leitungsstärke wider. Allerdings war man in dieser Saison nicht konstant genug. Schlug man zum Auftakt die Münchner Studentenstadt, den RFC Augsburg und rang den 46ern deren erstes Unentschieden ab, verlor man im weiteren Verlauf gegen den Titelverteidiger München RFC und, wesentlich schmerzlicher, sogar gegen die Rose Tower Titans aus Grafenwöhr mit 7:27.

„Gegen Würzburg muss man immer wach sein. Bietet sich eine Lücke, wird sie genutzt“ weiß Routinier Olaf Will um die Stärken des Gegners. „Aber wir haben gegen Grafenwöhr gezeigt, wie man das Heft in der Hand behält und dass unser Angriffsrugby immer besser wird. Respekt ja, Angst nein.“ Das schnelle Spiel beherrschen aber auch die Mannen von Coach Brian Miller, wie sie ja in der Vorrunde schon bewiesen haben. Und auch bei ihrer Niederlage gegen Augsburg am letzten Spieltag waren die Würzburger oft schneller unterwegs als der Gastgeber, am Ende aber leider nicht mit ausreichender Puste. Ist dies das Rezept für die 46er? Die Löwen müde spielen, um in der Schlussphase den Sack zu zumachen? Sicher wird den Jungs in Bunt der richtige Einfall zur richtigen Zeit kommen. Es reicht eine kleine, aber feine Idee. Die lieben wir ja, wir Franken.

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Dominantes Comeback – Nürnberg schlägt Grafenwöhr mit 62:00

Eine Antwort auf zwei Fragen zu geben, dies gelang den 46ern an diesem Samstag mit einer an Gnadenlosigkeit grenzenden Sicherheit. Frage Nummer Eins: Wie verarbeiten die Nürnberger die erst Saisonniederlage vom letzten Wochenende in München? Frage Nummer Zwei: Lässt man sich auf das Spiel der Titans ein oder diktiert man den Verlauf. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und 170 Zuschauer bezeugten sie bei schönstem Sonnenschein.

Am Samstag unerreichbar hoch…das Niveau der 46er!

Nürnberg punktet früh – und macht einfach weiter

Sean Porta war sich sicher, dass nur eine möglichst frühe Antwort die einzig wahre Antwort ist. Und so tauchte er schon in der ersten Minute des Spiels in das Malfeld der Titans ein. Rico Kahden setzte mit dem Kick nochmal zwei Punkte drauf. So war nun die erste Marke gesetzt und Nürnberg erhöhte von Augenblick zu Augenblick den Druck und begann Grafenwöhr in deren eigener Hälfte festzunageln. Die Tacklings saßen diesmal von Anfang an und kaum war mal ein Titan am Ball, hatte er auch schon den ersten Franken an der Backe. Allerdings ging Osimo Tukutukunavatu dabei so eindrucksvoll zur Sache, dass der balltragende Gegner schon vom Erstkontakt blitzartig weit zurück katapultiert wurde und Tukutukunavatu den Tackle nicht komplett schließen konnte. Der Schiedsrichter gab zu recht Penalty und die Gelbe Karte wegen „incomplete tackle“ für den Nürnberger Lock. Über den freigeworden Raum schien sich aber vor allem wieder Sean Porta zu freuen, welcher den Unterzahlversuch für Nürnberg ins Malfeld trug.

Grafenwöhr bleibt cool – doch Nürnberg erteilt eine Lehrstunde

Connor Hill zieht auf und davon. Foto: Beazly

So ging es dann bis zur Halbzeit fröhlich weiter. Connor Hill in der 20. Minute und der für den verletzten Aumann erst in der 13. Minute eingewechselte Edouard Bucaille bauten die Führung weiter aus. Das effektive Spiel der Nürnberger zeigte lediglich, bis auf den Bucaille Versuch, Schwächen im Lineout und den Erhöhungskicks. Mit einem komfortablen 22:00 ging es dann in die Pause und man wurde sich dort wohl einig, dass in 40 Minuten noch wesentlich mehr Punkte passen. Alex Weiß kam für Frontrow-Routinier Demian Haupt ins Spiel, Anton Buller ersetzte Hendrik Lagarde. Der Wiederanpfiff war kaum verhallt meldete sich Hill wieder auf seine liebste Art und Weise, nämlich mit einem Versuch direkt unter den Stangen, welchen Kahden wiederum aus der besten aller Positionen um zwei Punkte erhöht. Grafenwöhr gab alles, bewahrte diesmal die Contenance und wehrte sich nach Kräften. Doch Freddie Dixon wollte auch mal punkten, durfte auch und legte in der 45. Minute sicher ab. Kahden mit dem Kick zum 36:00. Kann man so lassen, wäre schon geil gewesen, doch Nürnberg bekam immer mehr Appetit. 

Wer will, wer will, wer hat noch nicht? – Grafenwöhr findet kein Rezept

Kam der Titans-Zug mal ins Rollen wurde er schon nach wenigen Metern von Shane Crawford zum Entgleisen gebracht. Immer wieder warf sich der der Hüne in die Tacklings als gäbe es kein Morgen, riss einem Presslufthammer gleich Löcher in die wehrlose Defense der Oberpfälzer und fraß sich in Richtung Malfeld wie der Tunnelbohrer auf der Linie U3 nach Großreuth.

Shane Crawford bei der Arbeit, Ende des Weges für den Gegner. Foto: Beazly

In der 58. Minute bewies er dann, wiederum nach einer Attacke aus der Abteilung Kawumm, auch noch das richtige Auge für seine Mitspieler und ermöglichte Alexander Weiß mit einem platzierten Offload den Versuch zum 41:00. Für diese Leistung ist Crawford zurecht unser „Man of the Match“. Die Schlusspunkte setzten dann Kahden, Osorio und Will.

Dominanz neu definiert – Sommer, Sonne, Erdrutschsieg

„Wir haben heute gezeigt, dass wir unser Handwerk beherrschen“, gab Coach Zielinski zu Protokoll, „Grafenwöhr hat wirklich kein schlechtes Spiel gemacht, doch wir haben gesagt, wo es langgeht.“ 80. Minuten lang das Spiel zu kontrollieren ist ein Kunststück, das man auch gegen vermeintlich schwächere Gegner erst mal abliefern muss. Und die Titans sind alles andere als leichte Beute, das zeigte ihre knappe 27:29 Niederlage am letzten Samstag in Bad Reichenhall. Skipper Olaf Will: „Wir haben uns heute selbst bewiesen, dass wir das Zeug zum Spitzenreiter haben. Wir sind kein Überteam, aber uns muss man immer auf dem Zettel haben.“ Klare Ansage, der Würzburger RK wird sie gehört haben und vorbereitet zum Frankenderby am 22.04. nach Nürnberg reisen.

Pack mer´s! Wir sind 46er! Wir sind #heissaufRUGBY!