Anstrengendes Wochenende für die Nürnbergerinnen: Liga-Turnier und Auswahl-Training

Von Anke Gülpers

Nachdem Anfang März ein Spieltag aufgrund des frostigen Wetters abgesagt werden musste, war es am 24. endlich so weit und die 7er Deutschlandliga Süd der Frauen konnte den diesjährigen Spielbetrieb eröffnen. Allerdings ging auch das nicht ganz reibungslos vonstatten, denn der Austragungsort des Turniers musste spontan von Regensburg nach München verlegt werden. Die Stadt Regensburg ließ alle verfügbaren Plätze witterungsbedingt sperren .

Mit Style der Kälte trotzen – Der Spieltag wurde nach München verlegt

Zum Glück konnte die Studentenstadt München kurzfristig reagieren und die Austragung des Spieltags übernehmen, sonst wäre der Zeitplan für die Nachholspiele noch enger geworden.
Aufgrund des sechsten Platzes im letzten Turnier wurde Nürnberg im Vorrundenspiel gleich gegen einen der stärksten Gegner in der Liga gesetzt: den Würzburger Rugby Klub.
Die Würzburgerinnen zeigten von Beginn an, warum sie den zweiten Platz, den sie am Ende erreichten, absolut verdient hatten. Nürnberg hingegen agierte nervös und hektisch und konnte dem hohen Würzburger Druck nur wenig entgegensetzen. Lag man zur
Halbzeitpause nur knapp mit einem Versuch hinten, wurde es im zweiten Durchgang deutlich und die 46er verloren verdient mit 0:22. Nach dem Spiel war die Analyse von Trainer Andrew Beazley so einfach wie ernüchternd: „Wir haben kein Rugby gespielt. In diesem Sport muss man den Ball passen um zu gewinnen und das haben wir nicht gemacht.“

Gegen Würzburg war trotz Einsatz nix zu holen

Das leidenschaftliche Plädoyer des Trainers für besseres Passspiel verfehlte seine Wirkung bei der Mannschaft nicht: Schon im ersten Trostrunden-Spiel gegen die Spielgemeinschaft Unterföhring/Reichenhall agierten die TSV-Frauen deutlich aktiver und besonnener und waren insgesamt präsenter auf dem Platz. Auch wenn der Spielfluss noch nicht durchgängig aufrechterhalten werden konnte, war der 24:0 Sieg am Ende ungefährdet und verdient. Drei Versuche konnte Maike Chuchulowius beisteuern, den vierten Versuch legte Pia Zeitler. Zwei verwandelte Erhöhungskicks von Anke Gülpers komplettierten das klare Ergebnis.

Maike Chucholowius schaltet gegen Reichenhall/Unterföhring den Turbo ein

Im nächsten Trostrunden-Spiel gegen die zweite Mannschaft der Studentenstadt zeigte sich Nürnberg weiter verbessert und trat mit gestärktem  Selbstbewusstsein auf. Die 46er ließen den Ball immer öfter schnell durch die Hände gehen, warteten geduldig auf Lücken in der gegnerischen Verteidigung und schlugen dann konsequent zu. StuSta wehrte sich tapfer, aber die Nürnberger Mädels ließen nicht nach, sondern blieben weiter hungrig und zielstrebig; das Resultat war ein 43:0 Sieg. Am Ende hatten sieben verschiedene 46er gepunktet, was die mannschaftliche Geschlossenheit eindrücklich dokumentiert. Die Versuche kamen von Ida Koller, Sengül Ramadanov, Anke Gülpers, Julia Lehner, Pia Zeitler und Anna-Chiara Thum, die verwandelten Erhöhungskicks von Anke Gülpers und Veronika Horn. Das letzte Spiel für die TSV-Ladies war dann das um den fünften Platz gegen den University of Bamberg Rugby Club. Im Vergleich zum ersten Spiel des Tages erlebten die Zuschauer eine wie ausgetauschte Nürnberger Mannschaft. Kampf, Taktik, Passspiel, Zusammenhalt, Offensive und Defensive, alles griff perfekt ineinander. Und obwohl die Nürnbergerinnen nicht jede sich bietende Chance nutzen konnten, entstand zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, dass der Sieg gefährdet sein könnte. Das Spiel endete mit 19:0 und war trotz des relativ knapp klingenden Ergebnisses das Beste, was die 46er an diesem Tag gezeigt haben. Zwei der drei Versuche steuerte Maike Chuchulowius bei, einen Anke Gülpers, die auch zwei Erhöhungskicks traf.

Her damit! Kapitänin Rebeka Jamal greift ein

„Rugby kann so einfach sein – wenn man es richtig macht“

Kapitätin Rebeka Jammal war am Ende zufrieden: „Wir haben heute drei Spiele gewonnen und nur eins verloren, das ist doch eine tolle Leistung! Ich bin stolz auf die Mädels, die sich über den Tag so positiv entwickelt haben.“ Und in der Tat hätte das Team nach der Auftaktniederlage gegen Würzburg nicht erfolgreicher sein können. Denn nachdem das erste Spiel verloren war, war der fünfte Platz das beste Ergebnis, das durch den komplizierten Spielplan noch erreicht werden konnte. Diesen Platz dann mit einem kombinierten Punktestand von 86:0 zu erspielen, zeigt einmal mehr, das mit dieser Nürnberger Mannschaft zu rechen ist, wenn sie es schafft, ihr Potenzial abzurufen. Das bestätigt auch Beazley in seinem Fazit: „Die letzten Spiele waren toll anzusehen. Rugby kann so einfach sein, wenn man es richtig macht. Wenn wir das vom ersten Spiel
an zeigen, können wir um die vorderen Plätze mitkämpfen.“

Nach dem Turnier ist vor dem Auswahltraining – 4 Nürnbergerinnen an Bord

Viel Zeit für Trainingsarbeit bleibt allerdings nicht, denn schon am 07. April steht der nächste Spieltag in Augsburg auf dem Plan. Dort ist das Ziel ganz klar das erste Spiel des Tages zu gewinnen um sich die Chance auf die vorderen Plätze nicht gleich zu Beginn zu verbauen. Während die meisten Spielerinnen nach dem  anstrengenden Turniertag in die Regenerationsphase übergehen konnten, ging es für vier Nürnbergerinnen intensiv weiter:
Martin Schlemmer, der Trainer der Bayerischen 7er-Auswahl, hatte Ida Koller, Maike Chuchulowius, Pia Zeitler und Anke Gülpers zusammen mit einigen weiteren bayerischen Spielerinnen zum ersten Kader-Training des Jahres 2018 nominiert, das am Tag nach dem Turnier am gleichen Ort abgehalten wurde. Bei strahlendem Sonnenschein wurden zwei theoretische und zwei praktische Einheiten absolviert, die den vom Vortag noch belasteten Spielerinnen viel abverlangten. Auf hohem Niveau wurden Fitness, Technik und Taktik trainiert, um den Grundstein für die Landesverbandsmeisterschaft am 30. Juni zu legen. Und obwohl bis dahin noch knapp die Hälfte der derzeit mehr als 20 nominierten Spielerinnen den Kader verlassen müssen, war der Trainingstag von freundschaftlicher Stimmung, gegenseitiger Unterstützung und vereinsübergreifendem Gemeinschaftsgefühl geprägt – eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten. Das nächste Kader-Training wird am 08.04., also gleich einen Tag nach dem Turnier in Augsburg stattfinden. Nach jetzigem Stand ist es wahrscheinlich, dass alle vier
Nürnbergerinnen erneut eingeladen werden.

Läuft! Bis zum nächsten Turnier, Freude!

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