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Aktuelle Neuigkeiten und Spielberichte

Die Schlacht im Schlamm – Nürnberg II unterliegt Coburg

Zweites Spiel. Zweite Niederlage. Zweite mal Defensiv-Bonuspunkt. Zweite mal die zweite Halbzeit gewonnen. Zweite Mannschaft eben.
21 Spieler machten sich am Samstag, mit der Zweitvertretung bei nass-kaltem Wetter auf zu ihrem ersten Auswärtsspiel beim TV 1848 Coburg. Darunter 6 Spieler mit ihrem ersten Punktspiel für die 46er, 2 davon aus der Jugend.

Das es kalt sein und immer wieder mal regnen werden würde, wussten die 46er. Darauf hat man sich schon eingestellt. Womit man erst mal nicht gerechnet hat, war der tiefe, rutschige Rasen in Coburg. Weil der gefühlt auch noch breiter als lang erschien, war auch klar, dass jeder Penalty vermieden werden muss, sonst verteidigt man ganz schnell auf der Mallinie.

Für die Mannen um Sven Franke war in der Vestestadt nix zu holen Foto: M. Köhler, brandpirate.de

 

Aber genau so kam es dann. Die eingespielten Gastgeber kamen schon nach ein paar Minuten zu ihren ersten Punkten und führten 10 Minuten vor Ende der ersten Hälfte auch verdient mit 17:0. Hauptgrund für die Gegenpunkte auf Nürnberger Seite waren vor allem viele Abseitsverstöße am Ruck und allgemein in der Verteidigung. 10m zurück auf so einem kurzen Platz werden dann eben doppelt bestraft. Bis zu diesem Zeitpunkt fand das Nürnberger Spiel auch fast nicht statt, man agierte zu passiv, von Stürmer-Pods oder Passspiel der Hintermannschaft war nicht viel zu sehen.

Hoch hinaus in Frankens Norden – Foto: M. Köhler, brandpirate.de

Lediglich bei eigenen Penalties, die meist zum Einwurf ins Aus gekickt wurden konnte man sich etwas Luft verschaffen und Raum gewinnen. Die Option wurde auch gewählt weil man schnell merkte, die eigenen Line-Outs kommen gut an. Hooker Andy Holfelder hatte in seinem erst zweiten Spiel deutlich mehr Selbstvertrauen in seine Einwürfe, dabei trainiert er die erst seit ein paar Trainingseinheiten.
Die ersten Chancen kamen dann am Ende der ersten Halbzeit. Die 46er haben sich endlich auf ihr Spiel besonnen und plötzlich läuft es. Ein paar Stürmer-Pods und schnelle Hände und Fly-Half Cristin taucht ins gegnerische Malfeld ab – was leider vom Schiedsrichter nicht so gesehen wurde. Trotzdem machen die Nürnberger weiter Druck, stehen mehrere Phasen vor dem Malfeld, spielen Vorteile weiter und wollen auch bei Aussichtsreichen Penalty-Positionen lieber den Versuch erzwingen. Am Ende aber geht es doch Punktlos in die Halbzeitpause.
Nach ein paar vorsorglichen Auswechslungen geht es weiter und Nürnberg macht da weiter wo man vor der Pause aufgehört hat. Es scheint das Team ist jetzt hellwach und eingespielt. Immer wieder wird die Mallinie der Coburger angegriffen, die sich meist nur mit Entlastungskicks Luft verschaffen können. Phase um Phase behaupten die Nürnberger nun die stark verteidigten Rucks für sich und machen Meter um Meter gut. Oft können die 46er dann auch nur mit hohen Tacklings gestoppt werden, doch man will den Versuch, kämpft sich weiter vor. Straftritte kann leider eh niemand mehr treten, der Kicker sitzt schon draußen und überlegt sich ob es bei dem Wetter wirklich Eis auf dem Knöchel braucht.

Volle Kraft voraus, dachten sich die Wolves Foto: M. Köhler, brandpirate.de

Dann geht es plötzlich auch ganz schnell und Nürnberg legt den ersten und zweiten Versuch, 20 Minuten vor Schluß dann der dritte Versuch für Nürnberg (alle ohne Erhöhung). Man liegt nur noch 15:17 zurück. In dieser starken Phase muss unser Scrum-Half leider 10 Minuten mit Gelb vom Platz. Die Gastgeber wachen langsam wieder auf. Wollen mit einem weiteren Versuch alles klar machen. Nürnberg wird wieder in die Verteidigung gedrückt. Zwei mal kann der Versuch durch Coburg verhindert werden. Einmal wird der Ball nach vorne verloren, das zweite Mal bleibt dem Schiedsrichter in dem Spielergewirr das vor ihm auf dem Boden liegt nur die Entscheidung „Ball hochgehalten“. Das ganze sehr zum Unmut des Coburger Ersatzkapitäns, der nach lautstarkem Protest mit Rot vom Platz gestellt wird. Nürnberg ist jetzt wieder vollzählig, will den fälligen Straftritt nutzen um mit einem Einwurf Boden gut zu machen, doch der Kick kommt zu kurz. Noch einmal setzen die Coburger zum Angriff an und sind nur durch ein Hohes Tackling zu stoppen. In der Konsequenz, Gelb für Nürnberg, Penalty für Coburg, Neuer Spielstand 20:15. Nürnberg will zumindest noch den Versuch um ein Unentschieden und den Bonuspunkt zu ergattern. Doch sobald der Ball verloren ist wird er von den Gastgebern ins Aus gekickt. Nürnberg verliert auch das zweite Spiel in der Verbandsliga und holt sich durch eine starke Mannschaftsleistung in der zweiten Hälfte den Verteidigungsbonuspunkt.

Ein schönes Gedränge macht alle Glücklich Foto: M. Köhler, brandpirate.de

Team-Manager und Spielertrainer Sandro Egerer ist stolz auf die Leistung des Teams. „Wir haben die erste Hälfte richtig verschlafen und sind nicht nur dafür bestraft worden. Das sich das Team davon aber nicht unterbringen hat lassen ist großartig. Ich bin mit der Leistung der Jungs mehr als zufrieden. Ein paar der Spieler hatten heute ihr erstes oder zweites Pflichtspiel, mussten vielleicht auch auf neuen Positionen ran. Ich finde dafür haben wir es mit diesem jungen Team gegen einen bereits eingespielten Gegner richtig gut gemacht. Wir wissen was wir falsch gemacht haben und woran wir jetzt arbeiten müssen.“

Am nächsten Samstag geht es für die zweite Mannschaft gegen den Tabellenführer University of Bamberg Rugby Club. Die Oberfranken sind nach einer knappen Play-Off Niederlage in der letzten Saison klarer Aufstiegsfavorit zur Regionalliga

Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss? – Nicht, wenn es die Nr. 46 trägt

Die 46er dominieren die Münchner Studentenstadt auch in Unterzahl – Auswärtssieg mit 62:05

Von Moritz Knorr

Nürnberg. Ein zu keiner Zeit gefährdeter Auswärtssieg in Erdrutschmanier über die zweite Garde der Münchner Studentenstadt bildet für die 46er den Schlussakt einer turbulenten Vorrunde. Selbst mit 13 Mann waren die Nürnberger mit nichts aufzuhalten und entführten mit dem 62:05 (27:0) fünf Punkte aus der Landeshauptstadt. Weiß, Hill, Miles, Crawford, Manivit und Nymobi mit Versuchen. Vorerst auf Platz 1 der Regionalliga.

Bei Nieselregen und Temperaturen von ungefähr 5 Grad legten die Nürnberger los wie die Feuerwehr und gingen bereits in der dritten Spielminute durch einen verwandelten Straftritt durch Will mit 3:0 in Führung. Keine drei Zeigerumdrehungen später erhöhte Miles auf 8:0, die Erhöhung gelang nicht. In Spielminute 13 trug sich Connor Hill, sowie in Minute 21 Alex Weiß mit Versuchen auf dem Scoreboard ein. In beiden Fällen gelang die Erhöhung was eine Führung von 22:0 ergab. Nürnberg bestimmte die Partie nach Belieben und war in allen entscheidenden Faktoren einen Schritt wacher als die Münchner. Spielminute 32 brachte einen Dämpfer auf Seiten der Nürnberger, ein Schubser von Thibault Poettoz wurde vom Schiedsrichter als Tätlichkeit aufgefasst, weswegen er dem Nürnberger direkt die Rote Karte zeigte. Wer dachte diese Überzahl würde in die Karten der Münchner spielen sah sich getäuscht, denn Nürnberg legte nochmal einen Gang zu und erhöhte n

Man of the Match Nils Wulff freut sich – nicht nur über das Ergebnis

och vor der Halbzeit wiederum durch Miles auf 27:0.

Im zweiten Durchgang waren keine 3 Minuten gespielt da verließ auch schon Longley wegen einer etwas zu langen Diskussion mit dem Schiedsrichter den Platz mit Gelb für 10 Minuten. Aber auch die doppelte Unterzahl schien den 46ern nichts auszumachen, Crawford erhöhte prompt in seinem letzten Spiel für Nürnberg auf 34:0. In Minuten 51 musste der Münchner Cipriano wegen eines zu hohen Tackles für 10 Minuten auf die Strafbank. In dieser Zeit schafften es die Münchner auf 34:5 zu verkürzen.

Nürnberg stellte im weiteren Verlauf seine Klasse zur Schau und erhöhte durch Manivit, Crawford, Nyombi und Harry Miles auf ein Endergebnis von 62:5. Dieser Sieg war aufgrund der klaren Überlegenheit der Nürnberger auch in dieser Höhe verdient. Nürnberg zeigte ein starkes Angriffsrugby, in welchem es nahezu fehlerfrei agierte und die Fehler der Münchner gedankenschnell und eiskalt ausnutzte. Nun heißt es die Form über die lange Winterpause bringen um auch 2018 weiter aufzuholen. Denn eines muss an dieser Stelle gesagt sein: Dass die Nürnberger mit 10 Minuspunkten am Ende der Vorrunde wieder fast ganz oben stehen, hätten wohl nur die wenigsten gedacht. Die 46er zeigen den Willen und die richtige Leistung um am Ende ihren Titel zu Verteidigen. So kann es weitergehen.

Nächstes Heimspiel: München RFC, 7. April 2018, 15.00 Uhr, Waldsportplatz Erlenstegen

Eine junge 46erin spielt für Deutschland – Pia Aumüller beim Olympic Hope Turnier

Im polnischen Krakau fand am letzten August-Wochenende das Olympic Hope Turnier für Nachwuchsmannschaften statt, und erstmals trat dabei auch eine weibliche U16-Mannschaft für den Deutschen Rugby Verband (DRV) an. Mittendrin: Pia Aumüller vom TSV 1846 Nürnberg. Die 15-jährige Schülerin, die erst seit Anfang dieses Jahres Rugby spielt, hat uns ein paar Fragen zu diesem Event beantwortet.

46erin Pia Aumüller spielt für Deutschland Foto: Privat

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Nominierung! Das war sicher ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergessen wirst, oder?

Ja! So ein internationales Turnier zu spielen ist einfach mega  aufregend und spannend: All die Mädels aus ganz Deutschland kennen zu lernen, mit den besten Spielerinnen meiner Altersstufe zusammen zu trainieren und sich an anderen Nationalmannschaften messen – natürlich macht das richtig Spaß! Das war ein super Wochenende für mich!

Ihr habt nur zweimal zusammen trainieren können, bevor es ernst wurde. Ist das nichtschwierig, sich so schnell aneinander gewöhnen zu müssen?

Ja klar, nach so kurzer Zeit ist man noch nicht voll eingespielt. Aber ich fand es gut, wie sehr wir uns im Team nach so kurzer Zeit schon vertraut haben. Ich würde sagen, dass es uns gelungen ist eine Mannschaft zu werden und uns gut zu verkaufen. Aber auch klar dass man in den Spielen manchmal gemerkt hat, dass sich die anderen Teams einfach besser kennen, sich besser verstehen. Da kann man nach nur zwei Trainingseinheiten nicht ganz mithalten.

Du sprichst es an: ihr habt alle vier Spiele verloren. Wart ihr trotzdem zufrieden?

Wir waren sehr zufrieden mit unserer Leistung. Gerade in den ersten beiden Spielen waren wir stark, haben sogar zwischenzeitlich geführt. Am Ende haben wir beide Male sehr unglücklich verloren, weil die Gegner in letzter Sekunde noch punkten konnten. Es ging uns eh nicht so sehr um die Ergebnisse. Wir haben im Training den Schwerpunkt auf unsere Defensive gelegt und das hat im Spiel meist gut geklappt. Trotzdem macht man immer mal wieder kleine Fehler und die wurden von unseren Gegnerinnen sofort ausgenutzt.

Ihr seid trotz der Niederlagen dritte geworden und habt eine Medaille erhalten. Bekommt die einen Ehrenplatz in deinem Zimmer?

Natürlich! Die werde ich zu meinen Feuerwehrabzeichen hängen.

Die U16 des Deutschen Rugby Verbandes – 3. beim Olympic Hope Turnier in Krakau Foto: German Rugby Supporters

In einem Kader sind zwölf Spielerinnen, immer nur sieben stehen gleichzeitig auf dem Feld. Wie geht das auf?

Es war von Anfang an abgesprochen, dass jede Spielerin gleich viel Spielzeit bekommt. Das ist der Vorteil an einem Turnier mit mehreren Begegnungen. Ich zum Beispiel war jedes Mal die zweite Hälfte auf dem Platz. Wenn man es gewöhnt ist zu starten und Spiele ganz zu machen, fühlt sich das erstmal schon ein bisschen komisch an, weil man denkt, dass man nicht so viel machen kann. Aber auch in nur einer Halbzeit kann man an seine Grenzen gehen. Und da die Partien alle innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums angesetzt waren, hat sich die Belastung gut auf alle Spielerinnen verteilt.

Zum Thema Grenzen: Du hast dich am Fuß verletzt und trotzdem weitergespielt?

Ach, das war nichts Großes. Auf dem Platz blendet man so was einfach vollständig aus. Da geht es nur drum, alles zu geben für die Mannschaft!

Letzte Frage: Wie fühlt es sich an, mit dem Adler auf der Brust zu spielen?

Einfach Stolz, dass man das machen darf. Man versucht eine gute Leistung zu zeigen und der Aufgabe zu genügen. Man repräsentiert schließlich in dem Moment den Deutschen Rugby und das ist schon eine Ehre, der man sich tatsächlich bewusst ist, wenn man das Trikot anzieht.

Danke für deinen Bericht und viel Erfolg in der kommenden Saison!

Die Fragen stelle Anke Gülpers