Dominantes Comeback – Nürnberg schlägt Grafenwöhr mit 62:00

Eine Antwort auf zwei Fragen zu geben, dies gelang den 46ern an diesem Samstag mit einer an Gnadenlosigkeit grenzenden Sicherheit. Frage Nummer Eins: Wie verarbeiten die Nürnberger die erst Saisonniederlage vom letzten Wochenende in München? Frage Nummer Zwei: Lässt man sich auf das Spiel der Titans ein oder diktiert man den Verlauf. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und 170 Zuschauer bezeugten sie bei schönstem Sonnenschein.

Am Samstag unerreichbar hoch…das Niveau der 46er!

Nürnberg punktet früh – und macht einfach weiter

Sean Porta war sich sicher, dass nur eine möglichst frühe Antwort die einzig wahre Antwort ist. Und so tauchte er schon in der ersten Minute des Spiels in das Malfeld der Titans ein. Rico Kahden setzte mit dem Kick nochmal zwei Punkte drauf. So war nun die erste Marke gesetzt und Nürnberg erhöhte von Augenblick zu Augenblick den Druck und begann Grafenwöhr in deren eigener Hälfte festzunageln. Die Tacklings saßen diesmal von Anfang an und kaum war mal ein Titan am Ball, hatte er auch schon den ersten Franken an der Backe. Allerdings ging Osimo Tukutukunavatu dabei so eindrucksvoll zur Sache, dass der balltragende Gegner schon vom Erstkontakt blitzartig weit zurück katapultiert wurde und Tukutukunavatu den Tackle nicht komplett schließen konnte. Der Schiedsrichter gab zu recht Penalty und die Gelbe Karte wegen „incomplete tackle“ für den Nürnberger Lock. Über den freigeworden Raum schien sich aber vor allem wieder Sean Porta zu freuen, welcher den Unterzahlversuch für Nürnberg ins Malfeld trug.

Grafenwöhr bleibt cool – doch Nürnberg erteilt eine Lehrstunde

Connor Hill zieht auf und davon. Foto: Beazly

So ging es dann bis zur Halbzeit fröhlich weiter. Connor Hill in der 20. Minute und der für den verletzten Aumann erst in der 13. Minute eingewechselte Edouard Bucaille bauten die Führung weiter aus. Das effektive Spiel der Nürnberger zeigte lediglich, bis auf den Bucaille Versuch, Schwächen im Lineout und den Erhöhungskicks. Mit einem komfortablen 22:00 ging es dann in die Pause und man wurde sich dort wohl einig, dass in 40 Minuten noch wesentlich mehr Punkte passen. Alex Weiß kam für Frontrow-Routinier Demian Haupt ins Spiel, Anton Buller ersetzte Hendrik Lagarde. Der Wiederanpfiff war kaum verhallt meldete sich Hill wieder auf seine liebste Art und Weise, nämlich mit einem Versuch direkt unter den Stangen, welchen Kahden wiederum aus der besten aller Positionen um zwei Punkte erhöht. Grafenwöhr gab alles, bewahrte diesmal die Contenance und wehrte sich nach Kräften. Doch Freddie Dixon wollte auch mal punkten, durfte auch und legte in der 45. Minute sicher ab. Kahden mit dem Kick zum 36:00. Kann man so lassen, wäre schon geil gewesen, doch Nürnberg bekam immer mehr Appetit. 

Wer will, wer will, wer hat noch nicht? – Grafenwöhr findet kein Rezept

Kam der Titans-Zug mal ins Rollen wurde er schon nach wenigen Metern von Shane Crawford zum Entgleisen gebracht. Immer wieder warf sich der der Hüne in die Tacklings als gäbe es kein Morgen, riss einem Presslufthammer gleich Löcher in die wehrlose Defense der Oberpfälzer und fraß sich in Richtung Malfeld wie der Tunnelbohrer auf der Linie U3 nach Großreuth.

Shane Crawford bei der Arbeit, Ende des Weges für den Gegner. Foto: Beazly

In der 58. Minute bewies er dann, wiederum nach einer Attacke aus der Abteilung Kawumm, auch noch das richtige Auge für seine Mitspieler und ermöglichte Alexander Weiß mit einem platzierten Offload den Versuch zum 41:00. Für diese Leistung ist Crawford zurecht unser „Man of the Match“. Die Schlusspunkte setzten dann Kahden, Osorio und Will.

Dominanz neu definiert – Sommer, Sonne, Erdrutschsieg

„Wir haben heute gezeigt, dass wir unser Handwerk beherrschen“, gab Coach Zielinski zu Protokoll, „Grafenwöhr hat wirklich kein schlechtes Spiel gemacht, doch wir haben gesagt, wo es langgeht.“ 80. Minuten lang das Spiel zu kontrollieren ist ein Kunststück, das man auch gegen vermeintlich schwächere Gegner erst mal abliefern muss. Und die Titans sind alles andere als leichte Beute, das zeigte ihre knappe 27:29 Niederlage am letzten Samstag in Bad Reichenhall. Skipper Olaf Will: „Wir haben uns heute selbst bewiesen, dass wir das Zeug zum Spitzenreiter haben. Wir sind kein Überteam, aber uns muss man immer auf dem Zettel haben.“ Klare Ansage, der Würzburger RK wird sie gehört haben und vorbereitet zum Frankenderby am 22.04. nach Nürnberg reisen.

Pack mer´s! Wir sind 46er! Wir sind #heissaufRUGBY!

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