Kein Aprilscherz, leider! Nürnberg startet mit Niederlage in die Rückrunde

27:7 gehen die 46er mit einer schlechten Leistung in München unter

Nun ganz scherzfrei ging es dann doch nicht beim Rückrundenauftakt der Regionalliga Bayern zu. Lief in Unterföhring der mehrfache WM-Teilnehmer und französische Rugby-Legende Sebastièn Chabal für die zweite Garde der Mediendörfler auf, konnten die 46er nur mit zwei der deutschen Rugbygemeinde bekannte Sportkommentatoren aufwarten. Jan Lüdeke (Telekom Eishockey, DAZN, Sport 1) und Manuel Wilhelm (DAZN, Sport1) hielten die Nürnberger Rugbyfamilie per Ticker auf dem Laufenden. Doch war diese Story eine reine Erfindung, so war das was die beiden tickerten sehr bittere Realität. Man wünschte sich denn auch dies sei ein Aprilscherz. Doch dieser Wunsch blieb unerfüllt.

Jan Lüdeke und Manuel Wilhelm tickerten für Nürnberg live aus München – NICHT! April, April! Foto: Lüdeke

Nürnberger Sturm verpennt – München spielt schon mal

Schon nach 5 Minuten, in Worten fünf, brachten die 46er mit einem Hightackle selbst den Hauptstädtern ihre erste Chance auf Punkte ein. Natürlich ließen die sich nicht lumpen, nahmen die Einladung an und setzten den Strafstoß direkt zwischen die Stangen. Weitere drei Minuten und etliche unnötige Handlingfehler später tauche Schüppel für den MRFC ins Malfeld ein. Zuill konnte die Erhöhung nicht in Ziel bringen und so lagen die 46er nach acht Minuten schon mit acht zu null hinten. ACHTung, wollte man rufen und damit den absolut verschlafenen Sturm aufwecken, vermutete man ihn noch irgendwo beim Nickerchen in der Kabine. Zu sehen war jedenfalls nix von den schweren Jungs. Barik legte sodann einen weiteren (Weck-)Versuch und diesmal trat Zuill den Ball zu Erhöhung auf 15:0 zwischen die Torstangen. Nun aber hat man auch in den bunten Trikots festgestellt, dass das Spiel schon läuft und begann sich Spielanteile zurückzuholen. Immer wieder blitzte die eigentlich Klasse der Mannschaft auf, doch die Münchener fanden meist die richtigen Antworten. Bis es einer die Sache in die Hand nahm und zeigte, dass jetzt Schluss sein muss mit den Aprilscherzen. Routinier Olaf Will spielte in der 29. Minute den Schuss kalte Wasser ins Gesicht und tankte sich in einer starken Einzelleistung mit mächtigem Antritt bis in die Münchner Endzone. Wie immer nicht lange gefackelt und selbst noch fix die Erhöhung getreten. So kurz vor der Pause hätte dies die notwendige Wende sein können. Hätte. Nicht nur Peer Steinbrück fällt darauf ein Reim ein.

Verletzungspech und Dalís fließende Uhren

In der 33. Minute musste Thibault Poettoz den angeschlagenen Freddie Dixon ersetzten, dem nach einer Kollision mächtig der Schädel brummte. Eine Minute vor dem Pausenpfiff sahen sich die Gastgeber auf einmal in der Unterzahl, N’bom hatte sich ein wenig zu viel Zeit mit dem Tackling und erwischte Will schon lange nach dem dieser den Ball gekickt hatte. Doch dann hieß es erst mal durchschnaufen und sammeln. Was auch gut gelang, kam man wesentlich frischer und aktiver in Halbzeit zwei ins Spiel. Doch immer wieder landete Sand im Getriebe und Daniel Damian musste nach einem Treffer am Auge raus und wurde durch Thiemo Gmehling ersetzt. Anschließend hatte Fabian Schneider nicht gerade einen hellen Moment. „Noch höher und es wäre ein missed tackle gewesen“, entfuhr es den Kommentatoren auf Nürnberger Seite. Gelb und eine längere Abkühlung als eigentlich Vorgesehen bedeutete dies für den Nürnberger Lock aus der zweiten Reihe. Klar, Zeitstrafen dauern immer am längsten wenn sie Unterzahl für die eigene Mannschaft bedeuten, dass allerdings die Zeit zerfloss wie Dalís Uhren war nun wirklich nicht subjektiv. Warum auch immer ließ der Referee Schneider geschlagene 17, in Worten siebzehn, Minuten am Spielfeldrand schmoren. Eine Erklärung für diese nicht unerhebliche Verlängerung blieb man bisher schuldig. Aber das Spiel Entschieden hat dies wohl nicht. Den dazugehörigen Straftritt verwandelte wiederum Zuill mit ruhigem Fuß. Dies wiederholte er in der 72. Minute und leitete so in den Schlussakkord über. Nürnberg kämpfte, doch als Buff für die bajuwaren in der 80. Minute ins Malfeld zum 26:7 Endstand eintauchte, war nicht nur das Spiel vorbei und verloren, auch die bisher weiße Weste war bekleckert.

Ohne Fleiß kein Preis – Zuhause wird wieder gut gemacht

„Wir haben heute einfach nicht unsere Hausaufgaben gemacht.“, analysierte Arne Zielinski das Spiel seiner Schützlinge. „Zu lange nur mitgespielt und zu viele Tackles nicht gesetzt. Allerdings nichts was sich nicht bis zum nächsten Samstag abstellen ließe“. Eine Woche, so lange bleibt den Spielern sich wieder auf Siegen zu besinnen und den Fans sich auf den Heimauftakt in der Rückrunde zu freuen. Am Samstag, den 8. April um 14.30 Uhr, geht es wieder oval in Nürnberg-Erlenstegen. Dann sind mit den Rose Tower Titans Grafenwöhr alte Bekannte in der Noris zu Gast. Doch Geschenke will niemand verteilen. Man sammelt sie lieber ein. In Form von Versuchen, Erhöhungen, Penaltys, Drop Goals. Wie auch immer, Hauptsache am Ende ein Sieg für die Moral und die Tabelle. Kein Scherz.

Nürnberg muss wieder aufstehen

Pack mer´s! Wir sind 46er! Wir sind #heissaufRUGBY!

Tabelle: http://www.rugby-verband-bayern.de/index.php/2014-09-04-21-09-21/bayernliga

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.