Vierter Platz am ersten Spieltag lässt Nürnberger Potenzial aufblitzen

Von Anke Gülpers

München. Nach einer langen und harten Vorbereitung war es am 21.10.2017 für die Rugby-Mädels des TSV 1846 Nürnberg endlich so weit: Die 7er Liga Süd hatte den ersten Spieltag dieses Jahres. Mit insgesamt zehn Mannschaften, die in München an den Start gingen, ist die Konkurrenz diese Saison so groß wie noch nie zuvor.

Auf und danvon in den ersten Spielen: Die 46er Ladies Foto: Beazley

Das erste Vorrundenspiel der „46er Ladies“ war gegen den University of Bamberg RC angesetzt. Vom Ankick an hatte Bamberg zwar minutenlang den Ball, die Nürnberger Defensive hielt ihren Druck aber ununterbrochen so hoch, dass die Bambergerinnen tief ans eigene Malfeld gedrängt wurden und aus ihrem Ballbesitz keinen Vorteil ziehen konnten. Die logische Konsequenz aus dieser Dominanz waren zwei Ballgewinne und daraus resultierend zwei Versuche, jeweils einer von Gülpers und Mühlbauer. Die von Gülpers verwandelten beiden Erhöhungskicks sollten sich am Ende des Spiels als entscheidend erweisen. Denn Nürnberg begann sich sicher zu fühlen, die Defensive nicht mehr ganz so energisch zu betreiben und den unermüdlich kämpfenden Bambergerinnen mehr und mehr Raum zu lassen. So kamen auch die am Ende des Spiels zu zwei Versuchen, Nürnberg blieb mit 14:10 jedoch trotzdem siegreich.

ANke Gülpers mit dem ersten Versuch des Tages Foto: Beazley

Im zweiten Spiel wartete mit dem München Rugby Football Club gleich einer der Favoriten auf die „46er Ladies“ und es war klar, dass dort eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Bamberg-Spiel nötig war um bestehen zu können. Und die Leistungssteigerung kam: Die TSVlerinnen spielten sich fast in einen Rausch, waren über die ganze Spielzeit defensiv hellwach und schalteten offensiv blitzschnell um. Und obwohl München immer gefährlich blieb, war der klare 22:0 Sieg durch Versuche von Ramadanov, Mühlbauer, Gülpers (Erhöhungskick von Gülpers) und Celik auch in der Höhe absolut verdient. Nach einer fast drei Stunden andauernden Pause wartete dann im Halbfinale mit dem Würzburger RC ein Gegner, der den Nürnbergerinnen aus Testspielen vor einigen Wochen schon gut bekannt war. Die beiden Mannschaften lieferten sich einen packenden Kampf auf Augenhöhe und die 46er konnten in diesem Spiel beweisen, dass die starke Leistung gegen den MRFC keine Ausnahme war. Die beiden Versuche von Horn und Celik waren Resultate schöner Spielzüge, an denen jeweils fast alle Nürnbergerinnen aktiv beteiligt waren. Das Spiel blieb bis zum Schluss offen, ging immer wieder hin und her und am Ende war sich keiner so ganz sicher, wer denn gewonnen hatte. Dass das Ergebnis mit 17:10 dann relativ knapp für Würzburg ausfiel, ließ die Nürnbergerinnen nur ein bisschen enttäuscht zurück. Schnell überwog der Stolz auf die gezeigte Leistung gegeneine extrem starke Würzburger Mannschaft, von der man diese Saison sicher viel erwarten kann.

Hier erfährt Ex-46er Ulrike Borchert was es heißt nun gegen Nürnberg zu spielen… keine Gnade. Foto: Beazley

Das kleine Finale wurde dann gegen den MRFC ausgetragen, der sich in seinem Halbfinale den späteren Siegern Studentenstadt geschlagen geben musste. München war von der vorausgegangenen Niederlage gegen den TSV gewarnt und ging deutlich energischer in die Partie, als noch in der Vorrunde. Auf Nürnberger Seite konnte leider nicht an die Stärken der vorherigen Spiele angeknüpft werden und man verlor das Spiel vor allem aufgrund einer schwachen Defensivleistung verdient und klar mit 0:33. So blieb am Ende der undankbare vierte Platz für die Nürnbergerinnen. „Schade, dass es im letzten Spiel nicht mehr geklappt hat richtig dagegen zu halten. Das Turnier hätte einen anderen Abschluss verdient gehabt,“ fasst TSV-Coach Michl die kurze Enttäuschung über die letzte Niederlage zusammen: „Gerade was wir im zweiten und dritten Spiel gezeigt haben war hervorragend, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir erst am Anfang unserer Entwicklung stehen.“ Man muss den Nürnbergerinnen wohl noch etwas Zeit geben, bis Konzentration und Konsequenz auch über vier Spiele hochgehalten werden können. Die Stärken dieser Mannschaft waren aber auch in München schon zu erkennen. „Bei uns ist das Team der Star,“ gibt die Kapitänin Rebeka Jammal als entscheidenden Grund für den Erfolg der Nürnbergerinnen an. „Wir haben nur wenige wirklich erfahrende Spielerinnen, die ein enges Spiel auch mal allein entscheiden könnten. Da kann es nur über den Zusammenhalt gehen.“ Und ganz ohne Nürnberger Beteiligung ging das Finale, das Stusta gewinnen konnte, dann doch nicht über die Bühne: Isabel Mittelstädt, die mit Verena Fickenscher zusammen die TSV-Fahnen im Schiedsrichter-Team hochhielt, durfte die letzte Partie des Tages pfeifen. Nun heißt es in den nächsten Wochen im Training die Erkenntnisse aus dem ersten Turnier aufzuarbeiten um am nächsten Spieltag in Bad Reichenhall wieder um die Podestplätze mitkämpfen zu können.

Ihrer habhaft werden wollen sie alle, aber sie kämpft weiter für Nürnberg – Kapitänin Rebekka Jamal Foto: Beazley

Ergebnis des ersten Spieltags:

1.) Stusta Rugby I

2.) Würzburger Rugby Klub 2012 e.V.

3.) München Rugby Football Club

4.) TSV 1846 Nürnberg e.V. RUGBY

5.) TuS Rugby Fürstenfeldbruck

6.) University of Bamberg Rugby Club

7.) StuSta Rugby II

8.) Rugby Club Regensburg 2000

9.) Rugby Football Club Augsburg

10.) SG RC Unterföhring / Reichenhaller Rugby Ladies

Kader des TSV:

Celik, Gülpers, Horn, Jammal, Mayer, Mirschberger, Mühlbauer, Pfeiffer, Ramadanov, Thum

WIr sind #DIe46er! Wir sind #heissaufRUGBY!

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