Rugby für alle – 46er unterstützen Aktion der Berlin Bruisers für transidente Frauen

NÜRNBERG/BERLIN Am 19. Juli 2020 veröffentlichte die britische Zeitung „The Guardian“, dass eine Arbeitsgruppe des Rugby Weltverbands (WorldRugby) plant, trans*Frauen aus Wettkämpfen auszuschließen. Der gay & inklusive Rugbyclub Berlin Bruisers hat darauf hin eine Initiative gestartet, die den Deutschen Rugby Verband dazu auffordert, sich gegen diese Bestrebungen zu positionieren. Der TSV 1846 Nürnberg e.V. unterstützt diese Initiative und möchte seinerseits dazu aufrufen Rugby als „Sport für Alle“ zu erhalten. Regelungen zur Integration von transidenten Menschen müssen sich klar an den Vorgaben des IOC orientieren.

„Für uns erscheinen die Planungen von World Rugby als höchst intransparent und das was wir in Erfahrung bringen konnten klingt nicht nach den oft zitierten Werten des Rugbysports“ erläutert Martin Deinzer, Pressesprecher der 46er. „Regelungen die Menschen vom Rugbysport ausschließen und auf der Grundlage von unwissenschaftlichen Vermutungen in Hinterzimmern getroffen werden, verdienen deutliches Echo aus der Community. Es ist schön wie viele Vereine sich der Aktion der Bruisers angeschlossen haben“.
Der TSV 1846 Nürnberg möchte weiterhin alles dafür tun einen sicheren Ort für alle Menschen zu schaffen, frei von Diskriminierung und exklusiven Strukturen. Wir erwarten vom DRV sich ebenso klar zu positionieren und vor allem den von Ausgrenzung aufgrund ihrers Geschlechts oder Herkunft Betroffenen Gehör zu verschaffen. In Deutschland und beim Rugby Weltverband. Gemeinsam und in transparenten Prozessen können wir den Sport in seiner Vielfalt weiterentwickeln und modernisieren.

Hier der offene Brief der Berlin Bruisers.

Keine Rugby Bundesliga 2020 – 46er müssen wohl bis März 2021 warten

NÜRNBERG Am Wochenende, und damit nur vier Wochen vor dem geplanten Restart des organisierten Spielbetriebs, hat der Rugby-Bundesliga-Ausschuss (RBA) mit Blick auf die deutlich steigenden Zahlen der Corona-Infektionen, damit verbundenen Unsicherheit und der teils sehr unterschiedlichen Verordnungen der einzelnen Bundesländer beschlossen, die Bundesliga-Saison nicht mehr in diesem Jahr starten zu lassen. Stattdessen wird der Start für März avisiert.

Das meldet der Deutsche Rugby Verband. Für die 46er bedeutet diese Hiobsbotschaft, kurz nach der Veröffentlichung eines vorläufigen Spielplans vor 2 Wochen durch den RBA, einen herben Rückschlag. Gerade erst war man mit dem neuem Coach Peter Smutna in die Vorbereitung gestartet und durfte kürzlich auch wieder beginnen mit Kontakt zu trainieren.
„Aus sportlicher Sicht ist es extrem schade für die Spieler, die sich seit Wochen vorbereiten“, versucht Abteilungsleiter Matthias Dirlewanger der Enttäuschung Ausdruck zu verleihen. Doch sehe man auch den Sicherheitsaspekt und sieht „die Schutzfunktion für Spieler und deren Umfeld. Mindestens genauso schwer wird es aus organisatorischer Sicht. Es wird viel Arbeit, da mit den Sponsoren und Partnern, wie etwa Physios und Busunternehmen gesprochen werden muss.“ Bisher habe man die Krise ganz gut abfedern können, doch nun „wird es sicherlich eng werden wenn in gar kein Spielbetrieb mehr stattfindet.“ Die kürzlich beschlossene Sonderumlage von jeweils zehn Euro pro Mitglied für 2020 und für 2021, für die 46er knapp 1800 Euro pro Jahr, komme dann noch oben drauf. „Es wird eng werden, aber wir verlieren jetzt nicht die Nerven.“
Die Spieler hoffen nun das wenigsten ein lokaler Spielbetrieb organisiert werden kann, der DRV hat dazu ausdrücklich ermuntert. Sandro Egerer, Spieler im Bundesligakader, setzt hier vor allem auf die Verbandsliga „um etwas geregelten Spielbetrieb zu bekommen. Ansonsten schauen wir, dass wir Freundschaftsspiele spielen können um „drin“ zu bleiben und die Ideen von Peter Smutna rein kriegen und umsetzen“.
Inwieweit diese Entscheidung Auswirkungen auf den bayerischen Spielbetrieb haben wird, liegt in der Verantwortung des Bayerischen Rugby Verbandes (RVBy). Eine Entscheidung diesbezüglich wird in den kommenden Tagen erwartet.