Lange fahrt, dünne Bank – trotzdem Bonuspunkt Die 46er gewinnen in Ravensburg mit 33:00

Ravensburg. Im zweiten Spiel der Regionalliga Saison reisten die Herren des TSV 1846 Nürnberg zu den Liganeulingen und schwäbischen Gästen im bayerischen Rugby, den TSB Ravens Ravensburg. Mit einer kaum vorhandenen Ersatzbank musste Deon Myburgh ein bisschen kreativ werden, konnte aber eine schlagkräftige Truppe aufs Feld führen. Am Ende behielten die Routiniers bei sauber kämpfenden Gastgebern die Oberhand.

Bisher eher für gemütliche und familienfreundliche Brettspiele und Puzzles in lockerer Runde bekannt, macht sich Ravensburg nun auch im Rugby langsam einen Namen. Die TSB Ravens starten als Aufsteiger aus der Verbandsliga in ihre erste Regionalligasaison in Bayern. Zum Auftakt ließen sich die Raben nicht lumpen, boten „Count Zeppelin Drums and Pipes“ und ein umfangreiches kulinarisches Angebot auf und zeigten Gästen und Fans das Rugby Ravensburg rockt. Die 46er hatten nach der knapp dreieinhalb stündigen Anfahrt erst mal ihre Knochen zu sortieren und einen Matchplan auszubaldowern. Denn kurzfristig musste man wegen verschiedener Ausfälle die Aufstellung kreativ gestalten. Für den erkrankten Hendrik Lagarde rückte Alessandro Amella vom Flügel ins die zweite Gedrängereihe und Harry Miles übernahm die Verbinderposition für den beruflich verhinderten Olaf Will.

Die Ravensburger Liganeulinge kochten groß auf – würden sie auch groß Aufspielen?

Doch nach wenigen Minuten im Spiel zeigte sich, dass die 46er durchaus in der Lage sind in unterschiedlicher Formation ansehnliches und sicheres Rugby auf den Platz zu bringen. Außendreiviertel Lorenz Scherf bracht halblinks durch und tauchte in Minute `6 zum ersten Mal ins Ravensburger Malfeld, und Rico Kahden besorgte mit der gelungenen Erhöhung den Rest zum 0:7. Harry Miles gelang ein fast identischer Versuch in der 15. Minute und Kahden zeigte wiederum einen sehr sicheren Fuß. Ravensburg spielte gut mit, musste allerdings in der 19. Minute auf ihren Schlussspieler Manuel Merath wegen einer Verletzung an den Rippen verzichten, für ihn kam Christoph Hagmann ins Spiel. Die Nr. 8 der 46er, Onisimo Nayato, konnte nach einem schnell gespielten Strafkick via Crawford auf der rechten Spielfeldseite durchbrechen (Erhöhung d. Kahden, 0:21). Im Allgemeinen schienen die 46er die Erkenntnisse aus dem letzten Spiel gut genutzt zu haben, denn die Mannschaft konzentrierte sich im ersten Durchgang auf kurze, kraftvolle Durchbrüche und schnellen Support, als weite Vorstöße mit wenig Aussicht auf schnelle Unterstützung. Die Franken blieben immer kontrolliert und setzten ihren Matchplan mit jedem Schritt und jeder Finte ganz bewusst um. In der 37. Minute las Gedrängehalb Kote Gabedava die Raben präzise und nach mehreren „Pick and Go´s“ bis auf 5 Meter vor dem Ravensburger Malfeld bewegte sich Gabedava blitzschnell hinter dem Ruck nach rechts entgegen der kollektiven Laufrichtung der Ravens nach links und tauchte unbedrängt unter die Malstangen zum 00:26 und Kahden erhöhte sicher zum 00:28 Halbzeitstand. Ravensburg wurde lediglich einmal gefährlich als sie nach einem Lineout an der Nürnberger 5 Meter Marke ein klassisches Massenmaul ansetzten und mit roher Kraft versuchten den Ball über die Linie zu bringen. Die Nürnberger ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und warteten am sich öffnenden Paket schon auf den Ballträger um ihn überhaupt nicht erst ins eigene Malfeld zu lassen.

Konnte man im ersten Durchgang eine kreative und spritzige Spielgestaltung bei den 46ern erkennen, zeigte sich in Halbzeit Zwei wiederum ein ähnliches Bild wie schon eine Woche zuvor in München. Die Nürnberger Jungs stellten das aktive Spiel ein, verloren den Biss nach vorne und verwalteten eher das Ergebnis denn weiter eigene Akzente zu setzten. Der sehr guten eigenen Fitness und der mangelnden Spielerfahrung des Gegners ist es wohl geschuldet, dass Nürnberg trotzdem nie ernsthaft in Bedrängnis geriet. Ravensburg bleib weitgehend geduldig, versuchte Spielerisch Land zu gewinnen, wurde aber immer wieder von energisch verteidigenden Franken an zählbarem Erfolg gehindert. Ein sehr ansehnlicher Durchbruch auf der rechten Seite konnte nur noch durch ein Ausputzertackling von Schlussspieler Kahden kurz vor dem Malfeld gestoppt werden. Matthias Dirlewanger konnte einen von Sean Porta nur Zentimeter vor dem Ravensburger Malfeld aus dem Ruck präsentierten Ball im Fallen nicht kontrolliert ablegen und vergab die bis dahin einzige realistische Chance der Franken im zweiten Durchgang. In der 64. Minute wurde jedoch die ohne hin nur noch mit zwei ausgewechselten Spielern besetze Bank gefordert, als Dirlewanger wieder auf´s Feld musste um Kahden, welcher sich eine Platzwunde über dem Auge zuzog, für den Rest der Partie zu ersetzen. Die Gastgeber konnten sich nach dieser Verletzungsunterbrechung nicht schnell genug wieder konzentrieren und Lorenz Scherf lief zum zweiten Mal ins Malfeld zum 00:33 Endstand ein.

Euer ‚Man of the Match‘: Alessandro Amella wurde zum Lock befördert – und machte seine Sache gut!

Alles in allem wieder eine sehr ansehnliche Partie der 46er, allerdings muss man in den folgenden Spielen auch die zweite Halbzeit spielerisch gestalten können um am Ende auch gegen besser organisierte Teams zu bestehen. „Wir wollten unsere Kräfte sinnvoll einteilen um dann zum Schluss nochmal aufzudrehen“, sagte Kapitän Nils Wulff nach dem Spiel. „Wir werden die nächsten Tage aber weiter an der Fitness arbeiten um gegen Würzburg die 80 Minuten volle Kraft durchzuspielen.“

 

Am 7. Oktober empfangen die 46er zum Heimauftakt die Unterfranken vom Würzburger RK auf dem Erlenstegener Waldsportplatz. Dann präsentiert man sich auch endlich dem heimischen Publikum, vielleicht nicht mit Drums and Pipes, aber dafür hoffentlich wieder mit einem Sieg und vielen Tabellenpunkten.

Wir sind #Die46er. Wir sind #heissaufRUGBY!

[md]

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