Nürnberg und das verflixte erste Spiel – Rückblick Damenspieltag

Von Anke Gülpers

Derzeit geht es für die Rugby-Damen des TSV im Zwei-Wochen Takt zur Sache. So stand am Samstag, den 7. April der vierte Liga- Spieltag in Augsburg auf dem Programm. Sah es zu Beginn der Woche noch so aus, als könnte das Trainergespann Michl/Holhos/Beazley erstmals in dieser Saison aus mehr als zwölf spielbereiten TSVlerinnen auswählen, mussten verletzungsbedingt kurzfristig noch Anpassungen am Kader vorgenommen werden. Dennoch gingen die 46er zuversichtlich ins Turnier und hatten fest vor, es endlich einmal wieder ins Halbfinale zu schaffen.

Die Absprache war klar: Endlich wieder oben angreifen!

Das war ihnen zuletzt am ersten Spieltag geglückt. Im ersten Spiel wartete mit dem TuS Rugby Fürstenfeldbruck die Überraschungsmannschaft der aktuellen Saison, die seit Wochen konstant um die oberen Plätze kämpft. Die Zuschauer sahen in diesen 14 Minuten eine der engsten und spannendsten Begegnungen des ganzen Tages. Die frühe Nürnberger Führung durch Pia Zeitler (Erhöhungskick von Anke Gülpers) konnten die Fürstenfeldbrucker nicht nur ausgleichen, sondern ihrerseits in eine knappe Führung drehen. Doch die 46er gaben nicht auf, blieben in der mehr von Kampf als von schönen Spielzügen geprägten Partie
engagiert und schafften den erneuten Ausgleich durch Sengül Ramadanow. In der packenden Schlussphase, in der für beide Mannschaften noch alles möglich schien, mussten die Nürnbergerinnen zwei Minuten in Unterzahl auskommen, da die
Schiedsrichterin ein vermeintliches High Tackle mit der gelben Karte bestraft hatte. Lange hielten die 46er auch zu sechst erfolgreich dagegen, den entscheidenden Fürstenfeldbrucker Versuch kurz vor Ablauf der Zeitstrafe, konnten die TSV-Damen dann aber leider doch nicht verhindern. So standen sie durch diese 12:17 Niederlage ein weiteres Mal nach dem ersten Spiel mit
leeren Händen da und musste das Ziel, endlich wieder die oberen Plätze der Tabelle zu erklimmen erneut früh aufgeben. „Ich weiß nicht, was es ist, dass wir uns in diesem ersten Spiel immer so schwer tun,“ fasst Holhos die Nürnberger Enttäuschung zusammen: „Da
müssen wir noch an uns arbeiten, dass wir von der ersten Minute an voll konzentriert sind.“

Voller Einsatz – doch leider wieder nur Trostrunde

Also blieb erneut nur die Trostrunde und der damit verbundene bestmögliche fünfte Platz als Tagesziel. In der ersten Trostrundenpartie gegen den Gastgeber Rugby Football Club
Augsburg zeigten die 46er die schon bekannte Leistungssteigerung nach einem unbefriedigenden Auftaktspiel. Die im Vergleich zum Fürstenfeldbruck-Spiel leicht umgestellte Nürnberger  Hintermannschaft um Kapitänin Rebeka Jammal erwies sich dabei
als Schlüssel zum Erfolg. Zweimal Maike Chuchulowius, zweimal Ida Koller und einmal Pia Zeitler (drei Erhöhungskicks von Anke Gülpers) sorgten für einen ungefährdeten und klaren 31:5 Sieg.
Im zweiten Trostrundenspiel gegen die zweite Mannschaft der Studentenstadt konnten die Nürnbergerinnen ihren Spielfluss weiter verbessern und zeigten eine überragende Mannschaftsleistung. „Sobald wir anfangen den ‚Nürnberger Style‘ aufs Feld zu bringen und den Ball schnell zu passen, sind wir nur schwer zu stoppen,“ begründet Kapitänin Jammal den mit 40:0 deutlich ausgefallenen Sieg. Die Versuche kamen von Anke Gülpers
(2x), Veronika Horn, Anna-Chiara Thum, Ida Koller und Maike Chuchulowius, fünf erfolgreiche Erhöhungskicks von Anke Gülpers.
Im letzten Spiel des Tages ging es dann für den TSV hauptsächlich darum, sich für das nächste Turnier die bestmögliche Ausgangssituation zu erarbeiten.

Nie ohne Support – Anke Gülpers beim Druchbruch

Und auch gegen den Rugby Club Regensburg zeigten die 46er, warum sie – wenn sie einmal warmgelaufen sind – zweifellos in die obere Tabellenhälfte gehören. Wie aus dem Lehrbuch mutete das Passspiel an, das ein ums andere Mal von den schnellen Nürnberger Center- und Flügelspielerinnen in Zählbares umgewandelt wurde. So war auch dieser 41:0 Sieg durch Versuche von Ida Koller(3x), Maike Westhues, Rebeka Jammal, Maike Chuchulowius und Pia Zeitler (drei Erhöhungskicks von Anke Gülpers) zu keinem Zeitpunkt gefährdet und der fünfte Platz am Ende mehr als verdient. Wenn in zwei Wochen am 21. April das Heimturnier beim TSV 1846 Nürnberg ansteht, haben die Rugby-Damen erneut die Chance, den Fluch des ersten Spiels zu besiegen und um einen der ersten vier Plätze zu spielen. Dazu müssen die 46er es aber endlich einmal schaffen, ihre Fähigkeiten auch unter Druck gegen einen starken Gegner abzurufen.

„Die Auserwählten“ – Bitte nicht in Sith-Ladies verwandeln. Danke.

Dass die nötige Qualität in der Nürnberger Mannschaft grundsätzlich existiert, lässt sich schon daran ablesen, dass mit Pia Zeitler, Ida Koller, Maike Chuchulowius und Anke Gülpers – die samstags gemeinsam für 99 der 124 Nürnberger Punkte gesorgt hatten – erneut vier Nürnbergerinnen am Bayerischen Auswahltraining am Folgetag teilnehmen durften. Auswahltrainer Martin Schlemmer hatte für den vorläufigen 7er-Kader zwei praktische und zwei theoretische Einheiten mit Video-Schulung vorbereitet und konnte
erneut mit einer gut gelaunten und hochmotivierten Gruppe arbeiten.
Unter dem Strich also ein durchaus erfolgreiches Wochenende für die Rugby-Ladies des TSV, die die zwei Wochen bis zum nächsten Turnier hoffentlich dazu nutzen können, dann auch beim ersten Spiel schon hellwach zu sein.

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