TSV 1846 ist Bayerischer Meister – 2. Bundesliga wir kommen

Nürnberg (md) – Mit einem 102 : 10 Erdrutschsieg über Studentenstadt Rugby München schließen die 46er eine außergewöhnliche Saison als Bayrischer Meister ab und sind einziger Aufstiegskandidat in die 2. Rugby Bundesliga! Knapp 200 Fans feierten einen tollen Finaltag.

Viel geboten für die Zuschauer, viel zu tun für die Spieler. So muss Rugby. Foto: Fat Robot

Der vollgepackte letzte Spieltag in Erlenstegen sollte nochmal ein ganz besonderer werden. Wie üblich mit kulinarischen Rahmenprogramm vom RibWich über kühles Fassbier vom ThirstyBaker und sportlichen Highlights. Denn bevor die erste Herrenmannschaft das idyllischste Stadion der Stadt betrat wollte „die Zweite“ ihren ersten Sieg in der Verbandsliga gegen den FC Eintracht Bamberg einfahren. Doch trotz dem ersten Verusch des Spiels konnte die Reserve der 46er den Vorsprung nicht ausbauen und bis zum Ende halten. Die sehr konzentriert und agil spielenden Bamberger schafften es immer wieder die Verteidigung ins schwimmen zu bringen und gewannen die Partie mit 24:13. Für die zweite Mannschaft gilt es nun nach der Auftaktsaison zu analysieren wie man das sicherlich vorhandene Potential effektiver auf den Platz bekommt und in der nächsten Runde auch Siege einfährt. Dafür soll nun neben Teammanager Sandro Egerer ein verantwortlicher Trainer das Team betreuen und das Training von der ersten Mannschaft punktuell abgekoppelt werden. Trotzdem soll weiterhin auch gemeinsam trainiert werden um das gemeinsame Spielsystem aufzubauen und einen Wissenstransfer zu ermöglichen .

Beide Teams im Einsatz – so geht ein Rugbyfest. Foto: Fat Robot Photography

Serie der 46er sollte halten – Ziel sportlich unbesiegt sein

Doch das Hauptspiel des Tages sollte die Nürnberger Rugbyseele wieder heilen, alle Vorzeichen dafür standen gut. Sportlich bisher unbesiegt, Niederlagen nur gegen die eigene Nachlässsigkeit und ein Team das seinen Aufstiegsanspruch auch im letzten Spiel mit einer Spitzenleistung unterstreichen wollte.  Dementsprechend motiviert ging der von Deon Myburgh gründlich vorbereitete 22 Mann Kader an die Sache ran. Das Spiel gestaltete sich als furioses Spektakel mit vielen sehenswerten Einzelaktionen und weitgehend ausnahmsloser Spielkontrolle. Vor allem das exzellente Off-Load Spiel begeisterte die Zuschauer. München schaffte es lediglich bis zur Mitte der ersten Halbzeit Wiederstand zu leisten und konnte mit dem einem verwandelten Penalty (9.) und einem schön herausgespielten Versuch inklusive Erhöhung auf 21: 10 herankommen.

Sean Porta war nur selten wirklich zu stoppen Foto: Fat Robot

Doch ab da spielten nur noch die Harlekine aus der Noris und zogen bis zum Halbzeitpfiff auf 40 : 10 davon.  In Durchgang Nummer zwei ging es mit dem kaum zu beschreibenden Spektakel weiter. Sehenswert, wieder ein mal, vor allem ein in der eigenen Hälfte von Onisimo Tukututunavatu abgefangener Knock-on der Münchner, vom Fiji-Export mit gefühlten 46 Millionen Steps bis ins Münchner Malfeld getragener Versuch zum 74 : 10. Auch Mike Kachmer, Sean Porta und Firmin Dinga konnten sich mehrfach auf der Punktetafel verewigen. Der Endstand von 102: 10 wurde da schon zur Herausforderung für die nur auf zweistellige Ergebnisse ausgelegte Punktetafel.

Die Meistermannschaft von 2018 mit 2. TSV-Vorstand Peter Bittner.

Dominanz in der Regionalliga keine Garantie für Erfolg in Liga 2

Auch wenn das Ergebnis vom Samstag eines der denkwürdigsten in der Geschichte dieser Saison ist, so ist er doch sicherlich kein passender Gradmesser für die Chancen der Nürnberger Rugger in der 2. Rugby Bundesliga. Denn klar ist, dass die bundesligaerfahrenen Teams derartige Off-Loads und Einzelaktionen sicher nicht dulden werden. „Die Jungs dürfen jetzt nicht überheblich werden, denn nur weil unsere Gegner in diesem Jahr nicht mithalten konnten, heißt das noch lange nicht das wir auch nur auf einem der Ergebniss ausruhen können. Die Arbeit fängt genau jetzt wieder von Vorne an“, mahnt Deon Myburgh, der sich ansonsten schon auf die neuen Herausforderungen freut.

Jonathan Stief konnte ebenfalls Punkten. Foto: Fat Robot

Doch der sportliche Erfolg der ersten Mannschaft muss nun auch die anderen Bereiche der Abteilung mitziehen, will man nachhaltig Erfolgreich sein. Rico Kahden, Meisterspieler und stellvertretender Abteilungsleiter sagt: „Wir wollen weiterhin versuchen mehr unserer Spielerinnen und Spieler als Trainer und Schiedsrichter weiter zu qualifizieren um auch dem Kinder- und Jugendbereich neue Impulse geben zu können“.  Das die 46er auf einem guten Weg sind bestätigt auch das Feedback der Sponsoren und PArtner. So überreichte Stephan Dirlewanger eine Spende in Höhe von 500 Euro als Meisterschafts- und Aufstiegsprämie. „Dieser unglaubliche Erfolg und die viele Arbeit aller beteiligten wollen wir nochmal extra würdigen“, erklärt der Geschäftsführer von Druckluft Könitzer aus Lauf, dessen Unternehmen auch im nächsten Jahr den offiziellen Spielball präsentiert.

Stephan Dirlewanger übergibt die Feierprämie an Pressepsrecher Martin Deinzer Foto: Fat Robot

Keine Konkurrenz um Aufstieg – Lizenz wohl kein Problem

Nach einer kleinen Trainingspause bis 24. Juli geht es dann auch wieder direkt in die Vorbereitung auf die neue Saison. „Da der Deutsche Rugby Verband bereits eine Rechnung über die Teilnahmegebühr an der 2. Bundesliga gestellt hat, gehen wir davon aus das es auch bei der Lizenzvergabe keine weiteren Probleme geben wird“, freut sich Abteilungsleiter Patrick Sohr. Dann warten neben den Clubs aus dem Rugbymekka Heidelberg (Heidelberger TV, SC Neuenheim), Rottweil, Karlsruhe und Stuttgart auch die drei Clubs aus der Landeshauptstadt München. Mit den ersten Mannschaften des Münchner RFC, der StuSta Rugby München und dem RC Unterföhring wird es also wieder tolle, bayerische Derbys geben. Dann allerdings mit Sicherheit nicht mit Ergebnissen wie in der Regionalliga.

Nürnberg und die #NbgRugbyFamily können sich also auf die neue Saison freuen.

Freude pur!

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